Förderverein aktuell
Herzlich willkommen.
Um die Zukunft der SWR-Orchester ging es bei der interaktiven Diskussion "OrchesterZukunft @SWRdirekt" am
30. April im Fernsehstudio 1 in Baden-Baden. zum Video
Presseinformation zur Klangkörperdiskussion im Hause SWR
Hier gelangen Sie zur Unterschriftenaktion Orchesterretter.
Mitgliederbrief April 2012
Im Weiteren lesen Sie die ausführliche Stellungnahme des Vorstandes und den
Brief an OB Dr. Wolfgang Schuster
Resolution der Mitgliederversammlung vom 24.04.2012
Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. Aussagen zu den Zielen und Aktivitäten unseres gemeinnützigen Vereins. Wir stellen uns vor, indem wir unsere Projekte beschreiben, die Persönlichkeiten unseres Vorstandes und unserer Geschäftsstelle nennen, und unsere Satzung darlegen.
Unsere - ab 01.11.2011 neue - Kontonummer lautet:
BW Bank Stuttgart, BLZ 60050101, Nr. 2345 749
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Das Redaktionsteam der "FuF-News", die 2-3 mal im Jahr erscheint, könnte Hilfe aus dem Kreis unserer Mitglieder gut gebrauchen. Bitte senden Sie uns eine Nachricht per E-Mail, möglichst mit Angabe Ihrer "besonderen" Kompetenz für diesen Zweck (z.B. Textverarbeitung, Layout, Musikbetrieb, Web-Design, zeitliche Verfügbarkeit, oder Ähnliches).
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Konzertsaison 2011/2012
Alle Details zur Saison 2011/21 des RSO Stuttgart können Sie hier nachlesen: Saisonbroschüre 2011/12
Außerdem wird die gedruckte Saisonbroschüre in den kommenden Konzerten des RSO in der Liederhalle ausliegen.
Interview mit dem neuen Chefdirigenten Stéphane Denève
Zum Thema „Wie entwickelt man eine Programmkonzeption“?
Vielleicht ist ein Vergleich mit der „Liebe“ oder auch mit der Arbeit eines Theaterregisseurs statthaft?! Wer sich verliebt, der sieht das Funktionieren dieser neuen und schönen Beziehung im Vordergrund. Später, glücklich verheiratet, rücken all die praktischen Dinge des Alltags ins Bewusstsein. Auch der Regisseur eines Theaters kann natürlich spontan und voller Begeisterung in wenigen Stunden eine Theaterkonzeption entwickeln; aber erst mit der längerfristigen Beschäftigung mit einem Theaterstück öffnen sich vielfältige Betrachtungs- und Interpretationsmöglichkeiten, die Konzeption reift. Im musikalischen Bereich ist das durchaus ähnlich: der Gastdirigent mag sich mit Enthusiasmus und viel Authentizität über die Einmaligkeit der Situation, das Orchester und das Konzertprogramm freuen. Dagegen öffnet sich einem Chefdirigenten das Potential seines Orchesters mit der zunehmenden gemeinsamen Arbeit. Stil-Konzepte und musikalische Tradition, kompositorische Eigenheiten und Intentionen sowie das Können eines Orchesters verbinden sich zu einem geschlossenen Ganzen. Musikalische Konzeptionen entstehen, indem das Besondere der Komposition, des Orchesters und bestehender Traditionen erarbeitet, erfasst und in konkrete Planungen umgesetzt wird.
Zum Thema „Konzertprogramm des RSO mit seinem Chefdirigenten in der Saison 2011/2012“
Ich bin fest davon überzeugt, dass Musik, wenn sie im Konzertsaal begeistern will, Geschichten erzählen darf. Und: das Programm einer ganzen Saison darf und soll „große Linien“ der Musikgeschichte und der Beschäftigung mit Musik nachvollziehen und verdeutlichen. Mein persönliches Programm mit dem RSO will schon in dieser Saison solche „großen Linien“ aufzeigen und miteinander verbinden: Musik unserer Zeit (etwa Lindberg), die Beschäftigung mit einem Großen der französischen Musikliteratur, Ravel, der die Arbeit des Orchesters auch in Zukunft mit prägen wird oder aber auch romantische und post-romantische Kompositionen aus Deutschland und Russland, etwa am Beispiel von Rachmaninow.
Zum Thema „Beziehung und Bezüge zum Konzertpublikum“
Als musikalischer Direktor des Royal Scottish National Orchestra habe ich mich immer über Kontakte mit meinem Konzertpublikum gefreut. Persönliche Rückmeldungen, Anmerkungen und Bestätigungen dienen allen Beteiligten und festigen die Beziehungen zwischen Publikum und Chefdirigent. Skeptisch bin ich dagegen, wenn bei einer Programmgestaltung die Partizipation des Publikums eingefordert wird; sie ist schon deshalb kaum verwirklichbar, weil eine Programmkonzeption letztendlich von einer Vielzahl von zusätzlichen Faktoren abhängt, die zu berücksichtigen sind. Beispielsweise die Verfügbarkeit und das Repertoire von Solisten, die Vereinbarkeit von Komponisten und ihren Werken in einem Abendprogramm oder aber auch die Bedeutung eines Werkes im Rahmen einer langfristigen Betrachtung der Orchesterarbeit.
Zum Thema „Führungsstil“ eines Dirigenten
Ich bin am Dirigentenpult ein Perfektionist und scheue die Arbeit am Detail keineswegs. Dabei sagt man mir Beharrlichkeit und Präzision nach. Im Grunde genommen muss aber jederzeit erkennbar sein, welches die großen Linien sind, die eine Komposition ausmachen. Denn: Musik will inszeniert sein, sie soll Bilder malen, Meinungen vermitteln. Insofern, ich sagte es bereits, bestehen Parallelen zur Arbeit eines Regisseurs. Musik hat mit Inhalten, mit Bildung zu tun, sie muss stets interessant sein. Ein Freund von Langeweile am Pult bin ich jedenfalls sicherlich nicht. Unabhängig davon: die Arbeit eines Dirigenten, wie ich sie mir vorstelle, muss bei aller Konsequenz auch durch eine gewisse Großzügigkeit und damit auch durch Offenheit gegenüber Kritik gekennzeichnet sein. Niemals aber darf der eigene Weg, die eigene Kreativität, das Authentische aufgegeben werden. Dabei sehe ich definitiv keinen Widerspruch zwischen Offenheit und der Bereitschaft, Neues aufzunehmen und der Maßgabe, den eigenen Weg zu gehen.
Zum Thema des Umgangs mit Vorbildern und musikalischen Beratern
Nein, es gibt keinen musikalischen Guru und auch keinen Lehrer aus alten Zeiten, an dem ich mich in meiner Arbeit ausrichten würde. Kreativ sein heißt, den eigenen Vorgaben zu vertrauen. Das schließt das Gespräch und den Austausch nicht aus, beispielsweise mit Solisten und auch mit dem Orchestermanagement. Das RSO-Orchestermanagement ist dabei ein hoch professioneller und willkommener Gesprächspartner.
Das Interview führte Dr. Uli Kostenbader